Sonntag, 14. Februar 2010

Distance

Auf S. 82 erinnert sich der Mann daran, wie sein Vater ihn einmal in den Wald mitgenommen habe, und wie die beiden sich in einem gewissen Abstand zu einander bewegten, wie zwei Magnete, die einander abstoßen.
Einen solchen Abstand wahrt auch der Erzähler zu uns, der Mann zu uns, der Erzähler zum Mann, die “Requisiten” zum Mann, der Mann zu den Seiten, die Kapitel zu einander, auch die Satzteile und Worte.

Doch was ist Abstand? Als soziales Kriterium schon ein vorlautes Klischee, das alles Mögliche an Unnennbarem abtut. Übertragen wir den Begriff aus der Trivialpsychologie, wenn wir ihn auf die Literatur anwenden?

Es erscheint mir jetzt ein bisschen langweilig, darüber nachzudenken. Es will mir meine eigentliche Absicht nicht in die Finger gehen, eine Apologie des Abstands, der den nötigen Raum gewährt, dass sich ein Duft, Sog, eine Anziehung oder überhaupt Gefühle entfalten können, zu schreiben. Weiß eh jeder. Auch die dicken Trenn- und Verbindungslinien, etwa in expressionistischen Gemälden, oder von Kandinsky, wenn er mit Punkten auf Schwarz malt. Damit kommen wir auf die Putzsucht der Russen.

Schärfer kommt mir nämlich die durch den Abstand nachgezeichnete Nähe zu Verhaltensweisen vor, einer hygienischen Taktung, deren Verhinderung störte. Manche Leute stellen Ziergegenstände auf Regale. Wieviele Ziergegenstände sind pro Laufmeter nötig/zulässig? Manche Leute müssen sich die Hände waschen, etwas knabbern oder rauchen, sagen oder reisen. Manchmal erscheint das so anmutig und gleichzeitig so wahnsinnig und starr wie die Abzweigungsgesetze der Pflanzenarten.

Habe ich wirklich einmal nicht kapiert, warum Liesl Ujvary Portraits von Schriftstellern und Giftpflanzen juxtaposierte?
liesl ujvary - 14. Feb, 13:58

giftpflanzen oder drogenpflanzen

die chemischen verbindungen, alkaloide, die giftpflanzen zu giftpflanzen oder drogenpflanzen machen, sind enge verwandte der hirnhormone, mittels derer unsere neuronen kommunizieren und unsere wahrnehmungen in wahrgenommene wirklichkeit umwandeln. die drogenpflanzen bieten uns möglicherweise hilfestellung an, eine andere als die gewohnte wirklichkeit wahrzunehmen, und dort auch zu agieren. wie etwa beim hexensabbath, walpurgisnacht, als grosse gruppen von menschen sich "drüben" versammelten und dort rituale vollzogen, agierten. auch schamanen kennen wege ins drüben, die sie mit der hilfe von drogenpflanzen betreten. nicht ungefährlich, das verlassen der gewohnten wege, aber auch interessant.

stabigabi1 - 15. Feb, 21:01

Mehr zu "drüben" und hier...


Bäume vor Wald

die Freuden der Jagd

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stabigabi1 - 15. Feb, 21:01

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