Was für Wald?
A. haßt den Kiefernwald um Berlin, das kann ich verstehen, diese Knochen im Wind, die stinken, und darunter ewig öder, fahrig weicher unendlich kranker Wege Bett. Wenn er den üblen Gestank der Pinien riecht, muss er sich, wenn nicht übergeben, so doch sofort umdrehen. Scheis Sfott Natur. Es bleibt nichts anderes über, als blockweise erigierte Platten zu umkreisen.
stabigabi1 - 20. Okt, 18:36
stabigabi1 - 20. Okt, 18:49
Nun beginne ich das Scheitern an Waldspaziergängen in Berlin zu begreifen, die mir immer nicht nur rätselhaft, sondern quälend waren, stellten doch die Wege durch die Natur, als ich in Wien lebte, so etwas wie das physikalische Gefäßsystem der Seele dar. Doch ich kam nicht auf die Idee, dass der Wald schuld sein könnte. Ich suchte bei mir selbst den Grund für die rasche Ermüdung, die nach ein paar Schritten in den Berliner Forst einsetzte, den Eindruck der vollkommenen Sinnlosigkeit, hier zu sein, erklärte ich allenfalls damit, dass es hier "flach" sei, obwohl es gar nicht stimmt. Es ist so wellig wie das Holocaust-Denkmal am Potsdamer Platz, auch wenn der Vergleich peinlich ist. Im Wienerwald ist nicht alles so fürchterlich relativiert, so weg- und davonrelativiert geradezu.